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Der neunte Sammelband
Napisany 07/26/2010 05:54:42 przez polaris

Der eine von denen ist gestorben?, hie? es jahrelang in mittelm??ig informierten Kreisen. Und oft wu?te man nicht genau, ob es der Zeichner oder der Texter von Asterix war. Am jeweils neuen Heft hat man’s dann wieder gemerkt: Die Zeichnungen waren noch in Ordnung, nur die Geschichten wurden immer doofer. Bald folgte die messerscharfe Expertise: Der Texter war verschwunden.

René Goscinny verdankt die Welt drei Comicserien: ?Asterix?, ?Lucky Luke? und ?Isnogud?. Und alle drei haben sich nach seinem Tod im Jahre 1977 enorm ver?ndert. Zeichner Albert Uderzo hat bei Asterix einfach alte Witze wiederholt, frühere Nebenfiguren wieder eingebaut, das magische Element übertrieben. Und alles zusammen dann in atemberaubend miese Stories eingebaut. Comic-Freunde bringen dieses Sp?twerk oft nur deshalb nicht auf den Flohmarkt, damit die Reihe vollst?ndig ist.

Der Belgier Morris indessen hatte Lucky Luke schon in den Vierzigern ohne Goscinny entwickelt, erst ab 1955 verhalf dieser der Western-Parodie zu intelligentem Witz. Wobei wohl Morris von allen Zeichnern Goscinnys Ideen am elegantesten umsetzen konnte. Die Er?ffnungsbilder sind meisterhaft, die Charakterk?pfe wunderbar markant, und die Bildfolgen und Perspektiven sorgen für geradezu filmischen Slapstick. Doch ab 1977 geriet die Qualit?t merklich ins Schwanken. Manchmal fand sich ein einfallsreicher Texter, mitunter wurden aber sogar ganze Bildfolgen aus den guten Tagen wiederaufbereitet und sehr tumbe Hefte wie ?Belle Starr? ver?ffentlicht. Dem Cowboy wurde sogar das Rauchen abgew?hnt. Seit Morris’ Tod im Jahre 2001 wird von seinen Nachla?verwaltern nach neuen Wegen gesucht, Lucky Luke weiter in den Sonnenuntergang reiten zu lassen.

W?hrend also diese zwei berühmten Serien merklich unter einem Mangel an Goscinny litten, entwickelte sich Isnogud wesentlich besser. Goscinny und der Zeichner Jean Tabary hatten 1962 eine Reihe kurzer, meist zaubrischer Kom?dien ersonnen. Der niedertr?chtige Gro?wesir Isnogud versucht da unaufh?rlich, den ?u?erst naiven Kalifen Harun zu vernichten. Er bemüht dazu alles, was im m?rchenhaften Bagdad an Zauberkraft aufzutreiben ist: Pantoffelgeister, fliegende Teppiche, Feenkr?fte, Sirenenges?nge, Tr?nke, ja, sogar einen magischen Flipperautomaten. Das Konzept erlaubt Zeitreisen, Besuche aus dem geheimnisvollen Okzident und Auftritte des Zeichners, der mitunter selbst in Gefahr ger?t. Am Ende jedoch ist Isnogud stets selbst das Opfer, w?hrend der Kalif wieder nichts mitgekriegt hat. Beim n?chsten Mal geht es einfach von vorne los: Isnogud ha?t Harun; Harun h?lt seinen Gro?wesir für den besten Menschen der Welt.

In Deutschland erschien Isnogud erstmals in den Siebziger Jahren. Bis zum Band 12 enthielten die Hefte des Ehapa Verlages ausschlie?lich kurze ?Abenteuer des Kalifen Harun al Pussah?.

Danach jedoch wagte Tabary im Alleingang den ersten langen Comic ?Isnoguds Kindheit?. Dafür hatte er eine rasante, verschachtelte Story konstruiert, in der der Gro?wesir sich selbst als Kind begegnet und dabei der Ausl?ser für seine eigene Widerlichkeit wird. Auch Morris und Uderzo haben ihre Helden in Kinderversionen verwurstet, doch nur bei Tabary wurde daraus eine sinnvolle Erg?nzung. Es folgten ?hnlich verworrene Grotesken, etwa ?Isnoguds Geburtstag? oder ?Isnogud und die Frauen?. Die Reihe wurde weniger kindgerecht, makabrer, auch ein bi?chen zotiger. ?Isnogud? geriet zum absurden Zaubertheater mit unz?hligen Verstrickungen. Wo hatte Tabary das gelernt? Bei Lubitsch oder Howard Hawks? Bei der Muppet-Show? Bei Nestroy? Sicher nur teilweise bei Goscinny, denn dessen Kom?dien verliefen etwas beh?biger und geradliniger.

Obwohl Tabary also mit der morgenl?ndischen Magie so viele sch?ne Possen rei?en konnte, erreichte sein Sp?twerk nie die Verkaufszahlen von beispielsweise Uderzos brunzbieselbl?dem ?Asterix im Morgenland?. Die deutsche Isnogud-Serie tr?pfelte in den Neunzigern allm?hlich aus. In Frankreich entstanden unterdessen eine Zeichentrickserie, sowie ein Realfilm, der den Deutschen jedoch erspart geblieben ist; man denke nur an die abscheuliche Asterix-Adaption oder an die beiden Lucky-Luke-Versuche mit Terence Hill und – wahrhaftig! – Till Schweiger.

Nun sind überraschend drei Isnogud-B?nde aufgetaucht, die bisher hierzulande unver?ffentlicht waren, und zwar im Sammelband 9 der Ehapa-Comic-Collection. Das Buch enth?lt gewisserma?en das in Frankreich zwischen 1998 und 2004 erschienene Sp?twerk vom Sp?twerk. Es zeigt sich darin, da? Tabary – Jahrgang 1930– mittlerweile gar keine Lust mehr hatte auf gr??ere Bilder. Nicht mal zum Auftakt gibt es mehr ein kleines Bagdad-Panorama, dafür doppelt so viele Bilder pro Seite wie bei ?Isnoguds Kindheit?. Und doppelt soviel Text.

In allen drei B?nden wird sogleich losgehechelt. Und wieder k?mpft der b?se Gro?wesir mit seinem schlimmsten Feind: dem Chaos. Sein Mietsklave Tunichgud macht seinem Namen immer mehr Ehre, das Palast-Personal platzt mit seltsamen Marotten dazwischen, und auch der Kalif bleibt eine immerw?hrende Unw?gbarkeit in allen Vernichtungspl?nen. Und wie schon in den anderen Lang-Comics wird Isnogud ein Opfer der st?ndigen Ablenkung. Da kann sich ja auch kein Schurke auf das Morden konzentrieren in diesem Kalifat, das ausschlie?lich mit Vollidioten bev?lkert ist: übereifrigen Vorkostern; Geheimbündlern ohne Konzept; philosphierenden W?chtern; perfekt getarnten Spionen – ?Wir hintergehen niemanden, denn wir stehen hinter jedem.? Und natürlich Magiern, deren Zauberkünste an jeder Stra?enecke im Weg umgehen.

Tagi: Verkaufenedhard Y



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Przegląd 1 - 1 z 1 komentarzy

od: polaris
07/27/2010 11:31:42


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